Kultur der Mongolei

Die Mongolei ist reich an Kultur und Traditionen. Seit Jahrhunderten bewohnen Nomaden die Steppe und haben dabei überzeugende Überlebensstrategien für die harten klimatischen Bedingungen in der kargen Landschaft Zentralasiens entwickelt. Hier bekommen Sie einen kurzen Überblick zu verschiedensten Aspekten dieser faszinierenden alten Kultur. Im Folgenden nur ein Ausschnitt aus der immensen Vielfalt dieses wunderbaren Landes und seiner besonderen Menschen

Khoomii

Der Oberton- oder Kehlkopfgesang ist eine der Kunstfertigkeit, die nur wenige talentierte Mongolen erlernen. Die einmaligen Klänge, die mit dieser Technik hervorgebracht werden, sind schwierig zu beschreiben. Obertonsänger beherrschen eine besondere Technik der Luftzirkulation, bei der es scheint, als atmeten sie nicht – bei einer Liedlänge von 3 – 4 Minuten!


Morin Khuur

Die Pferdegeige ist eines der einzigartigen traditionellen Musikinstrumente der Mongolen. Mehrere berühmte Legenden ranken sich um die Entstehung des Instruments mit den zwei Saiten aus Rosshaar. Die Pferdegeige wird häufig allein gespielt, meist aber mit gesanglicher oder instrumentaler Begleitung. Tausende von Volksliedern wurden für dieses wunderbare Instrument komponiert. Die Pferdekopfgeige wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.


Musik & Spiele

Die Mongolen verbringen die langen Wintermonate, in denen raue Schneestürme durch die Steppen und Berge heulen, gutgelaunt bei Spielen und Gesang; darin gibt es in der Mongolei eine reiche Tradition. Viele Nomaden leben noch immer ohne Strom, sofern sie nicht in der Nähe eines der Verwaltungszentren leben – damit gibt es auch kein Fernsehen. Die meisten Spiele sind liebevoll aus Tierknochen und Knöcheln hergestellt, aber auch Kartenspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Und bei jeder Feierlichkeit oder dergleichen nutzen die Mongolen gern die Möglichkeit des gemeinsamen Gesanges. Alle Beteiligten sitzen im Kreis und derjenige, der die mit Wodka gefüllte Schale in der Hand hält, stimmt das nächste Lied an. Dabei gibt es weder falsche Scham, noch geht es darum, wer die beste Stimme hat oder am lautesten singen kann. Jeder kommt an die Reihe. Sobald die ersten Verse des neuen Liedes angestimmt sind, fallen alle anderen in die gefühlvollen Melodien ein. Seien Sie bitte darauf vorbereitet mit einem Lied aus Ihrem Kulturkreis die Runde zu beschenken.


Ovoo

Während der Reise durch die Mongolei kommt man regelmäßig an aufgeschichteten Steinhaufen vorbei, meist auf einer kleineren Erhebung oder an einem Pass. Diese Stätten der Verehrung bezeichnen die Mongolen als „Ovoo“. Traditionell opfern die Mongolen an diesen Stätten den lokalen Ortsgeistern, die nach altem Glauben die Natur beseelen, und bitten sie um eine sichere Weiterreise. Der Ovoo wird dabei dreimal im Uhrzeigersinn umrundet, wobei jedes Mal ein Stein dazugelegt wird. Ovoos von großer spiritueller Bedeutung, die sich oft auf Berggipfeln oder an wichtigen Pässen befinden, haben mitunter beträchtliche Ausmaße. Sie bestehen aus größeren Steinen und sind mit Tierschädeln, Wodkaflaschen und rituellen blauen Seidenschals behängt. Das Opfern am Ovoo ist ein Überbleibsel aus einer Naturreligion die lange vor dem Buddhismus in der Mongolei existierte, und das bis heute eine interessante Synthese aus beiden bildet.


Tsagaan Sar

Das Fest des „Weißen Mondes“ wird entsprechend des Mondkalenders begangen und gilt den Mongolen als offizielles Neujahrsfest. Es zeigt das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings an. Tsagaan Sar ist ein ausgiebig gefeiertes Fest – die Zeit in der man die Familie und Freunde besucht. Traditionell wird am ersten Tag eine spirituelle Stätte aufgesucht, an der man den Naturgottheiten Danksagungen darbringt und Geschenke opfert. Anschließend beginnt das Fest.

Familien besuchen zuerst ihre ältesten Angehörigen. Blaue Seidenschals werden zur formellen Begrüßung überbracht; und es werden Geschenke, meist Süßigkeiten und neuerdings Geld ausgetauscht. Jedes Familienmitglied, vom Ältesten bis zum Jüngsten, wird besucht, danach Anverwandte und Freunde. Dieser Prozess zieht sich häufig über mehrere Wochen hin, insbesondere auf dem Land, wo längere Entfernungen zu überwinden sind und Autos nicht immer zur Verfügung stehen.

Die Feierlichkeiten sind ein endloses Ess- und Trinkgelage. Buuz, gefüllte Teigtaschen, stehen ständig auf dem Feuer und werden jedem Neuankömmling frisch serviert. Das fetteste Schaf wird geschlachtet und der Rücken mit dem Fettschwanz ziert die Festtafel jeder Familie. Jeder muss mindestens einmal vom Fleisch und Fett des Schafes kosten. Außerdem fließt der Wodka, es wird auf Glück und Reichtum im Neuen Jahr angestoßen, und natürlich ist das eine gute Gelegenheit miteinander zu singen.


Speisen und Milchprodukte

Der Hauptbestandteil der mongolischen Speisen sind Fleisch und Milchprodukte. Alles „was grün ist oder Blätter hat“, also Obst und Gemüse, ist „Ziegenfutter“. Auch wenn Eßgewohnheiten mit viel Schaffett, vergorener Milch und gesalzenem Tee für uns nicht ideal erscheinen, haben sie die Nomaden doch über Jahrhunderte mit Nährwerten und wertvoller Energie versorgt. Es gibt keine große Auswahl bei den Lebensmitteln der Nomaden, umso erstaunlicher ist die Vielfalt an Speisen, die damit hergestellt werden kann. Milch wird von Yaks, Kühen, Schafen, Ziegen und Kamelen gemolken. Frische Sahne vom Yak ist ein unvergesslicher Genuss. Den Frauen und Kindern fällt die Arbeit des Melkens zu. Schafe und Ziegen werden Schulter an Schulter gegenüberstehend zusammengebunden und frühmorgens und abends gemolken. Den Sommer über werden auch Stuten gemolken, aus deren vergorener Milch Airag hergestellt wird, ein beliebtes und erfrischendes Getränk bei Alt und Jung. Nicht fermentierte Milch wird für Salztee verwandt. Zusätzlich zu Sahne, Milch und Joghurt kommt noch eine Vielzahl von Käse, Quark und Butter – alles bekannt als „Weiße Speisen“. Entsprechend ist die Farbe weiß bei den Nomaden ein Synonym für Glück.

Gegessen wird das Fleisch von Schaf, Rind, Ziege, Kamel und Yak, manchmal auch vom Pferd (allerdings nur in harten Zeiten, bzw. im Winter). Obwohl die Mongolen Buddhisten sind, würden sie ohne ihre kräftigen Fleischmahlzeiten nicht überleben. Vor jedem Schlachten wird ein kurzes Gebet gesprochen; das Schlachten selbst wird außerordentlich human vollzogen. Der Hirte legt das Schaf auf den Rücken und macht einen kurzen Schnitt in die Brust des Tieres. Während er die Aorta vom Herzen trennt, stirbt das Tier schnell und relativ schmerzfrei. Die Mongolen sagen, das Schaf stirbt glücklich, da ihm der Hirte das erste Mal erlaube sich hinzulegen und den Blauen Himmel zu betrachten. Jeder Teil des Tieres wir genutzt – entweder gegessen, oder zu Kleidung und Bedeckung verarbeitet. Die Frauen, denen der Anblick des Schlachtens nicht gestattet ist, haben dann die Aufgabe die Innereien zu säubern und das Fleisch zu verarbeiten. Das Fleisch wird getrocknet, damit es über den Winter und Frühling reicht. Die Hirten schlachten normalerweise nicht in der kalten Jahreszeit, da das Vieh dann mager ist. Man schlachtet nur, wenn das Vieh ausreichend fett ist oder zu besonderen Anlässen. „Khorkhog“ und „Boodog“ sind besondere Leckereien für Feste. Dabei werden heiße Steine abwechselnd mit Fleischstücken und Wasser in die Haut des Tieres oder ein Gefäß gegeben. Dann wird der Hals des Tieres vernäht, bzw. das Gefäß verschlossen, und das Fleisch nach dem Schnellkochtopfprinzip geröstet. Außerdem werden im Sommer Murmeltiere gejagt, deren Fleisch als Delikatesse gilt.


Naadam

Die „Drei Spiele der Männer“ – bei diesem Fest wetteifern die Männer beim Ringen, Bogenschießen und Pferderennen. Das Hauptfest findet jährlich vom 11. - 13. Juli statt. Allerdings bezeichnet das Wort „Naadam“ jedes sportliche Ereignis, bei dem die drei bezeichneten Wettkämpfe durchgeführt werden, sei es für eine besondere Gelegenheit oder ein bedeutsames Ereignis. Das Festival im Juli wird an verschiedenen Orten landesweit ausgetragen, das wichtigste und prestigereichste findet in der Hauptstadt Ulan Bator statt. Reiter und Wettkämpfer reisen oft Tausende Kilometer, um an dem Spektakel teilzunehmen. Die Gewinner werden großzügig belohnt, nicht nur mit Ruhm. Die Ringer stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit des Nationalen Fernsehens, und bei den Endkämpfen bleibt im Land alles andere liegen – oft für mehrere Stunden. Örtliche Naadamfeste werden in allen Aimags durchgeführt und vermitteln oft ein tieferes Gefühl als die offiziellen Feierlichkeiten in Ulan Bator.

Pferderennen werden über weite Strecken, bis zu 35 km, durchgeführt. Die Reiter sind Kinder, Mädchen und Jungen, denn je leichter die Last, desto schneller das Pferd. Zum Teil verzichten sie auch auf Sattel und Stiefel, um Gewicht zu sparen. Es überrascht nicht, dass manchmal ein Pferd ohne Reiter über die Ziellinie galoppiert. Beide, Pferd und Reiter, werden am Renntag mit farbenfreudigen Seidenschals geschmückt. Um dem Pferd mehr Geschwindigkeit zu verleihen werden vor dem Rennen buddhistische Gebete rezitiert. Die Reiter reiten von der Ziellinie langsam los zum Start. Sind sie dort angekommen, erschallt ein Ruf und alle drehen sich herum, um in vollem Galopp zum Ziel zurück zu reiten. Der Gewinner des Rennens wird mit teuren Geschenken belohnt, das Siegerpferd wird mit Stutenmilch gesalbt. Gleichzeitig ertönen Preisgesänge auf das schnelle Siegerpferd.

Der Stolz der Mongolen sind die Ringer. Die Männer die daran teilnehmen, werden in der Bevölkerung besonders verehrt, und der Sieger erhält den erhabenen Titel „Löwe“. Jahrelanges Training und viel Geschick sind erforderlich, nicht nur um den Sport zu meistern, sondern auch um ihn zu verstehen. Das Ringen beim Naadam erfolgt nach dem K.O.-System und das Finale dauert mitunter mehrere Stunden, abhängig vom Geschick und der Ausdauer der Kontrahenten. Das Kostüm der Ringer besteht aus schweren hohen Stiefeln, einem sehr kleinen brustfreien, aber langärmeligen Oberteil und einer winzigen Hose. Es geht die Legende, dass einst ein Oberteil benutzt wurde, welches auch die Brust bedeckt. Das geschah bis zu der Zeit, als eine Frau das Ringen gewann. Seitdem sind die Oberteile offen, damit für immer und ewig Frauen von dieser Art des Wettkampfes ausgeschlossen werden können. Es ist schade, dass die Bogenschützen in der Mongolei seltener werden, obwohl in dieser Sportart Frauen für die Wettkämpfe zugelassen sind.

Hinter den Kulissen der Naadam-Wettkämpfe gehen ebenfalls interessante Dinge vonstatten. Im Hintergrund befindet sich das Asar, das Festzelt, in dem die Ehrengäste sitzen. Viele weitere Zelte sind aufgebaut, in denen Essen, Trinken und Gesang bis weit in die Nacht weitergehen.


Besuch einer Familie auf dem Land

Betritt man eine Jurte wird nicht angeklopft, man bewegt sich im Uhrzeigersinn auf die linke Seite und nimmt dort Platz. Es sollte nicht auf die Türschwelle getreten werden, da das Unglück für die Familie bedeutet. Die Hausfrau wird sofort Tee zubereiten und dem Gast anbieten. Es gilt als sehr unhöflich, nicht wenigstens einen Schluck des angebotenen Getränks gekostet zu haben. Alles, von Tee über Suppe, bis hin zu Airag, wird in kleinen Porzellanschalen serviert. Der Gastgeber reicht die Schale mit seiner rechten Hand, die linke Hand unterstützt dabei den rechten Ellbogen. Sie sollten die Schale in gleicher Weise entgegennehmen. Es ist salziger Milchtee, wichtig gegen Dehydrierung, und der hilft, das niedrige Salzniveau auszugleichen. Die Schale füllt sich auf magische Weise wieder wie von selbst bis an den Rand, falls Sie sie nicht mit Ihrer Hand abdecken, um mit dieser Geste dankend abzulehnen.


Deel

Die Nationaltracht der Mongolen ist der Deel. Es gibt viele Variationen des Deels, abhängig von der Gegend in der man sich gerade befindet und der ethnischen Gruppe, zu der dessen Träger gehört. Der Grundschnitt ist ein langes Gewand, das oben und unter dem Arm an der rechten Seite geknöpft wird. Gebunden wird der Deel mit einer Schärpe, dem „Bus“; Frauen wickeln sich 3 Meter Seide um die Taille, Männer 7 Meter um die Hüften. Ein Deel ist oft ein Feuerwerk an Farben, je bunter und kontrastreicher desto besser. Dunkelbraun wird mit leuchtendem Orange, strahlendes Blau mit goldenen Ornamenten, und schillerndes Grün mit schockierendem Gelb kombiniert. Die Stoffauswahl reicht von weicher Seide über feste Baumwolle und Samt bis hin zu Leder. Verschlossen wird der Deel mit schweren Silberknöpfen und bunte Paspelierungen sorgen für ein einzigartiges Erscheinungsbild.

Die Mongolen besitzen mehrere Deels. Einige werden nur zur Arbeit in der Jurte, bzw. in der Steppe benutzt; es gibt verschieden gefütterte Deels entsprechend der Jahreszeiten, und ein oder mehrere Deels für besondere Gelegenheiten. Wie bei vielen Dingen in der Mongolei hat auch ein Deel verschiedene bemerkenswerte Bestimmungen: man benutzt ihn als wärmende Decke in der Nacht, oder auch als Korb, mit dem getrockneter Dung in die Jurte transportiert wird.


Ger

Das Ger ist das „Haus“ der Nomaden, bei den nördlichen Nachbarn der Mongolei auch als Jurte bekannt. Die Jurte hat sich bei den Nomaden seit Jahrhunderten als traditionelle Heimstatt in der Steppe bewährt. Die Konstruktion der Jurte ist genial und doch sehr einfach. Sie lässt sich komplett auseinander bauen und findet verpackt leicht auf dem Rücken zweier Kamele, oder heutzutage auf einem russischen Laster, Platz. Die Jurte hat viele Vorteile für Menschen die ständig unterwegs sind. Es dauert 45 – 90 Minuten, die Jurte ab- und wiederaufzubauen, sie ist leicht und gut zu transportieren, und abhängig von der Anzahl ihrer Wände, zu klein, um nutzlose Dinge aufzubewahren. Die Jurte ist einfach zu beheizen, ist warm im Winter und angenehm kühl im Sommer. Sie bietet bis zu 20 Personen Platz zum Schlafen und wird aus dem Holz von 2 Bäumen, einigen Rosshaaren und Schafwolle, die zu Filz verarbeitet wurde, hergestellt.

Eine Jurte besteht aus Scherengitterwänden, Holzstangen, die von ihrem Platz auf dem Scherengitter nach oben streben, wo sie in den Dachkranz münden. Dieser wird von zwei Holzbalken in der Mitte der Jurte gestützt, welche die gesamte Dachkonstruktion halten. Um die Gitterkonstruktion der Jurte herum sind entsprechend der Jahreszeit Filzbahnen gebunden, je kälter es ist, desto mehr Filzbahnen werden benötigt. Die Filzbahnen sind mit handgedrehten Seilen aus Rosshaar festgebunden. Der begrenzte Innenraum einer Jurte wird von den Nomaden effizient genutzt. Sie führen nur die unbedingt für das Leben in der Steppe notwendigen Dinge mit sich. Die Zahl der Umzüge pro Jahr richtet sich nach der Weide, die sie für ihre Herden vorfinden; ein viermaliger Umzug (pro Jahr) ist dabei das Minimum. In der Mitte der Jurte befindet sich ein runder Blechofen, dessen Abzugsrohr durch den Dachkranz nach draußen führt. Der Ofen bildet gleichzeitig den Lebensmittelpunkt der Hausfrau. Man sagt, dass ein Mann, der eine gute Frau für seinen Sohn sucht, morgens zeitig losreitet, um zu sehen aus welcher Jurte der erste Rauch aufsteigt. Das ist ein Zeichen, dass die junge Tochter des Hauses bereits Tee für die Männer der Familie bereitet.

Geheizt wird normalerweise mit getrocknetem Dung oder Holz. Da Holz allerdings in vielen Gebieten rar ist, gehen Frauen und Kinder mit Weidenkörben und Gabeln Dung sammeln. Dieser wird dann in großen Haufen neben der Jurte aufgeschichtet. Ein Dungfeuer produziert eine erstaunliche Hitze, die das Wasser schnell zum Kochen bringt. Traditionell bewohnen Frauen und Kinder die rechte Seite der Jurte. Dort befindet sich ein kleiner Schrank, in dem alle Küchenutensilien aufbewahrt werden. Die linke Seite ist Gästen vorbehalten, und die Seite am oberen Ende der Jurte, gegenüber der Tür, wird vom Hausherrn bewohnt. Manche Familien besitzen noch eine zweite, kleinere Jurte, in der die Milchprodukte hergestellt und aufbewahrt werden. Während der Sommerzeit hängt auch häufig ein Ledersack mit Airag innen links neben der Tür, und auf dem Dach liegt Aaruul (getrockneter Quark) zum Trocknen.

Die Jurtentür zeigt bei den Mongolen immer nach Süden. Das macht die Jurte praktisch zu einer Sonnenuhr. Das Sonnenlicht fällt durch den stets geöffneten Dachkranz und die Zeit ist lesbar durch die in gleichmäßigen Abständen angebrachten Dachlatten. Die Jurtentür, die traditionell aus Filz bestand, ist heute in leuchtenden Farben mit Ornamenten bemalt. Das ergibt einen sehr schönen Kontrast zum reinen Weiß des Jurtenbezuges. Das Mobiliar und die Betten in der Jurte sind ebenfalls mit Ornamenten und Motiven bemalt, dabei dominieren Rot- und Orangetöne.


Reiten

Die Kultur der Mongolei ist seit Jahrtausenden aufs Engste mit Pferden verknüpft. Es gibt eine Vielzahl von Liedern über Pferde, und die Kinder können meist eher reiten als laufen. Die Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer der kleinen mongolischen Pferde veränderte die Geschichte und das Antlitz der Welt im 12. Jahrhundert. Chingis Khan errichtete das größte jemals bekannte Weltreich mit Pferden als der Schlüsselwaffe. Auch heute noch nimmt das Pferd einen herausragenden Platz im Leben der Nomaden ein, und es war stets wichtig ein guter Reiter zu sein, um allen Herausforderungen des harten Klimas, der scharfen Winde und der langen Winter gewachsen zu sein. Selbst für die heutigen modernen Nomaden spielt das Pferd eine enorm wichtige Rolle. Die Mongolen gehören zu den geschicktesten, begabtesten und unverwüstlichsten Reitern der Welt, die ihren Pferden großen Respekt entgegen bringen.

Pferde werden überall im täglichen Leben gebraucht, man sagt sogar, dass die Mongolen im Sattel geboren wären. Pferde werden zum Vieh hüten, Transportieren schwerer Lasten, zum Reisen bei weiten Entfernungen, und zum Melken benutzt. Die Stutenmilch ist für die Nomaden eine lebenswichtige Quelle an Vitamin C. Die Stuten werden im Sommer täglich alle 2 Stunden gemolken. Die Milch kommt dann in ein großes Holzgefäß, bzw. einen Ledersack, in dem sich bereits eine Milchkultur befindet, wird dann vergoren und in reichlichen Mengen getrunken wird. Der Geschmack des Airag ähnelt warmen, blasigem Joghurt, bzw. Buttermilch.

Wildpferde lebten für Jahrhunderte frei in den Steppen und Wüsten der Mongolei bis sie im 19. Jahrhundert durch Jagd und Futtermangel, aufgrund der Konkurrenz mit domestizierten Herden, nahezu ausgerottet wurden. Das asiatische Wildpferd – auch Takhi – wird jetzt, nachgezüchtet in vielen Zoos weltweit, in der Mongolei wiedereingeführt. Das Wildpferd ist kurz und stämmig, hat eine stehende Mähne und wundervolle beige Farben. Die Takhi werden derzeit an zwei Orten in der Mongolei in Gefangenschaft gezüchtet und langsam wieder in die Wildnis entlassen. Momentan gibt es 3-4 Herden, die sich wieder frei in der Wildnis bewegen. Das domestizierte Pferd, das heute von den Nomaden gezüchtet wird, ist ein Verwandter des Takhi. Diese sind in ihrer Erscheinung sehr viel kleiner als europäische Pferde. Obwohl die Pferde mit ihrem hervortretenden Rückgrat, den Rippen und Hüften unterernährt erscheinen mögen, sind sie das auf keinen Fall. Das raue Klima der Mongolei hat diese widerstandsfähigen kleinen Pferde hervorgebracht. Die Winter sind mitunter arktisch kalt und bei Temperaturen um –40C, die keine Seltenheit sind, müssen die Pferde ihr Futter unter dem Schnee selbst finden. Nur in den wenigen kurzen Sommermonaten können sich die Pferde auf saftigen grünen Weiden satt fressen und genügend Kraft speichern, um den Winter zu überstehen.

Die Reitutensilien bestehen in der Regel aus einem Halsband und einer Führungsleine, einem Zaum aus einem einfachen Stahlpfeil und, entweder einem russischen Sattel mit Stahlrahmen oder einen mongolischen Holzsattel. Mongolische Sättel sind eine echte Herausforderung, nicht nur für Anfänger. Sie sind vorn und hinten hoch, und an den Seiten mit dicken runden Silberknöpfen verziert, die den Reiter zum Stehen veranlassen. Vielleicht gehörte dieser Sattel zur Taktik unter Chingis Khan – erlaubt er doch dem Reiter über weite Entfernungen zu reiten, ohne dabei wund zu werden. Die mongolischen Pferde sind normalerweise nicht beschlagen, außer in den felsigen Gegenden des Landes.


Menschen

Die ‚großen Krieger’ der Mongolei gehören zu den freundlichsten und sanftesten Menschen überhaupt. Das harte Klima und das karge Land tief im Herzen Zentralasiens hat eine außergewöhnliche Kultur hervorgebracht, die sich auf Teilen statt Wettbewerb, und auf die Gruppe statt das Individuum stützt. An einem Platz wie diesem hängt jeder vom anderen ab. Es gibt kein ‚mein’ und ‚dein’, es gibt nur ‚unser’. Das Gras ist nicht grüner hinterm Zaun – nur konsequent, dass es keine Zäune auf dem Lande gibt... Die Menschen haben eine erstaunliche innere Stärke und ein großes Herz. Wenn jemand seine Herde bei einem Unwetter verliert, helfen ihm alle, sie wiederzufinden. Verlassen die Mongolen ihre Jurte bleibt die Tür stets offen für den Fall, dass ein Reisender vorbeikommt und ausruhen möchte. Kommen Besucher, werden sie immer mit einer Schale Tee und einem warmen Mahl bewirtet. Gern bekommt man auch einen Platz, wo man seinen müden Körper ausruhen kann. Da gäbe es einiges für uns zu lernen!


Religion

Die wichtigste Religion in der Mongolei ist der Buddhismus; ca. 90% der Bevölkerung zählen sich zu den Buddhisten. Während der Zeit der kommunistischen Diktatur wurden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts über 700 Tempel und Klöster zerstört. Vor 1920 waren die Mehrzahl der Männer Mönche, was um die Mitte des letzten Jahrhunderts gezielt geändert wurde. Mönche wurden vor die Wahl gestellt, entweder dem Glauben abzuschwören, oder getötet zu werden. Tausende wurden umgebracht. Seit der friedlichen Revolution 1990 und der Schaffung der Demokratie darf der Glaube wieder frei ausgeübt werden, Mönche kehren zurück und Tempel werden seitdem wieder aufgebaut, und viele sind heute bereits wieder in Betrieb. Die meisten mongolischen Wohnungen in der Stadt und auf dem Land haben einen kleinen Hausaltar. In der Jurte befindet sich dieser in der Nordseite hinter dem Sitzplatz des Hausherrn. Viele dieser Hausaltäre haben die Zeit der kommunistischen Herrschaft, wenn auch z.T. zweckentfremdet, überstanden. Die Rückkehr der Mongolei zum Buddhismus verbindet sich mit dem offiziellen Besuch des Dalai Lama 1995. Die Mongolen anerkennen den Dalai Lama als ihr geistliches Oberhaupt.

Der Buddhismus hat eine bewegte Geschichte in der Mongolei. Während der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Buddhismus in die Mongolei gebracht und verbreitet. Der Buddhismus kam über die Seidenstraße von Indien über die heutige Hauptstadt der Inneren Mongolei, Khukh Khot, in die Mongolei. Der Buddhismus erreichte nur eine kurze Blüte unter den Uiguren, konnte sich aber nicht halten. Der Buddhismus erreichte die Mongolei nochmals in einer zweiten, aus Tibet kommenden Welle der Ausbreitung in der Zeit der Yuan-Dynastie im 14. Jahrhundert. Alle religiösen Werke aus dieser Zeit, in der die Lehre der Rotmützen gelehrt wurde, wurden bei den Stammeskämpfen der Fürsten zerstört. Schließlich kam der Tibetische Buddhismus, auch Lamaismus genannt, in der letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts in die Mongolei. Diese Form des Buddhismus, die Gelug’pa oder Gelbe Sekte, ist die auch heute praktizierte Form.

Besucher von Tempeln und Klöstern sollten folgende Ratschläge beachten:
-Sich während der Gebete und Rituale nicht vor die Mönche stellen,
-Kleine mongolische Geldscheine als Opfergaben bei sich führen und auf Altären niederlegen,
-Sich vor den Altären und Mönchen verneigen,
-Gebetsmühlen immer im Urzeigersinn drehen, auch Tempel und Begräbnisstätten stets im Uhrzeigersinn umrunden,
- In Tempeln nicht fotografieren; keine alten buddhistischen Kunstgegenstände fotografieren,

Die restlichen 10% verteilen sich auf die übrigen Weltreligionen, die hier friedlich leben und wirken. Die mohammedanischen Kasachen, die in der Westmongolei leben, stellen die größte, religiöse Minderheiten von ca. 100.000 Menschen dar. Sie leben relativ geschlossen im Bayan Ulgii Aimag und gehören zu den Sunniten.

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